Eine Textinstallation von Ulrike Damm vom 8. März bis 18. April 2026 in der Zionskirche Berlin
Ein Buchhalter stellt die schlichte Frage: Wie macht man es richtig im Leben? Aber auch: Kann man erlernten Zwängen entkommen. Und wenn ja: Um welchen Preis?
Mit einer skulpturalen Textinstallation spürt die Autorin und Künstlerin Ulrike Dammder psychischen Verfasstheit ihres Romanhelden nach. Dazu schrieb sie mit der Hand auf 25.000 Karteikarten ihren aktuellen Roman Die Poesie des Buchhalters ein zweites Mal. Entstanden ist ein raumgreifendes, begehbares Schriftwerk aus Literatur.
Fotos: Corinna Rosteck
Das letzte Mal an diesem Tag sucht der Buchhalter das Weite.
Philipp Wewerka und Gäste mit Ulrike Damm, Karita Guzik, Igor Levit und Stefan Ringelschwandtner
Ausstellung Zum 60. Geburtstag von Philipp Wewerka präsentiert das Forum Gestaltung Magdeburg vom 10. Oktober 2025 bis 8. Februar 2026 die Ausstellung SELTENLAND – Philipp Wewerka und Gäste. Gezeigt wird erstmals eine umfassende Auswahl aus dem zeichnerischen Werk des Künstlers, der aus einer bedeutenden Künstlerfamilie stammt und als Autist eine ganz eigene Bildsprache entwickelt hat. Ergänzt wird die Ausstellung durch zeitgenössische Beiträge aus Literatur, Musik und Film.
Die Gäste: Ulrike Damm, Schriftstellerin und Künstlerin, schafft mit einer raumgreifenden Textinstallation eine visuelle Umsetzung ihres Romans Die Poesie des Buchhalters (Drava, 2025).
Stefan Ringelschwandtner zeigt mit dem Film Sunday Gaze eine berührende Schule des Hinsehens – Gesichter, die sich verwandeln, bis sie zu Spiegeln werden.
Karita Guzik, deren Lyrik der Ausstellung den Titel gab, ist mit Gedichten vertreten, die in eine Sprache führen, die fasziniert, gerade wenn sie sich entzieht.
Igor Levit, ergänzt die Ausstellung mit einer Videoinstallation: vexations, eine elfminütige Interpretation von Erik Saties radikal repetitiver Komposition, trifft auf monothematische Arbeiten Wewerkas und Ulrike Damms.
Gruppenausstellung im vbk (Verein Berliner Künstler) KuratorInnen: Corinna Rosteck, Simone Kornfeld, Yuki Ikutani
Silvia Bener · Iris de Boor · Christoph Damm · Ulrike Damm · David Dibiah · Norma Drimmer · Alex Dürr · Anja Eichler · Ute Faber · Merit Fakler · Ilka Forst · Michael Heyers · Yukihiro Ikutani · Michael Koch · Simone Kornfeld · Maria Korporal · Sebastian Kusenberg · Elisabeth Masé · anna.laclaque · Marianne Mettler · Elitza Nanova · Elke Postler · Birgit Ramsauer · Jens Reulecke · Corinna Rosteck · Peter Schlangenbader · Robert Schmidt-Matt · SOOKI · Andrea Streit · Susanne Weber-Lehrfeld · Angela Zumpe
PREVIEW
PREVIEW, FILM SCREENING Freitag, 3. 10. 2025, 17 Uhr
Zum Ausstellungsprojekt IN TRANSITION – from performance to exhibition Dieses innovative Ausstellungsprojekt versteht sich als Labor für ein lebendiges Zusammenspiel der Künste. Malerei, Action Painting, Zeichnung, Skulptur, Video, Tanz, Live-Performance, Fotografie und Augmented Reality. Diese bilden Schnittstellen im Fokus künstlerischer Ausdrucksformen: Wann bleibt eine Aufzeichnung nur eine Dokumentation einer Darbietung und wann entwickelt diese eine autonome künstlerische Sprache?Wie werden Zugehörigkeiten sichtbar gestaltet, reflektiert und transformiert? Wie lässt sich Bewegung und Tanz in seiner Flüchtigkeit ausstellen? Wie können Performance und Bildende Kunst – seit Jahrzehnten in ständiger Überschneidung und Ergänzung – dargestellt, sichtbar und erfahrbar werden ? Mit Performances, Aktionen und Happenings von 35 internationalen Künstlerinnenvereint das Programm zeitbasierte Praktiken, Bildende Kunst und Medienkunst auf überraschende und inspirierende Weise. Besucherinnen sind eingeladen, Momente des Übergangs, der Transformation und deer Perspektivwechsel zu erleben – eine Verschmelzung von Live-Act und Ausstellung. Bildnerische Werke und körperliche Aktionen treten miteinander in Resonanz, eröffnen Dialoge im Raum und verwandeln die Ausstellung in ein durchlässiges Geflecht aus Bild, Bewegung und Präsenz – dort, wo Kunst und Performance koexistieren und Erfahrungen von Identität und Gemeinschaft sowohl künstlerisch als auch gesellschaftlich erfahrbar werden.
Fotos: Holger Biermann, 2025
LIVE PERFORMANCES Samstags, 4./11./18. /25. 10. 2025, ab 18 Uhr
OPENING UND LIVE PERFORMANCES Samstag, 4. 10. 2025, 17–22 Uhr
Von der Unmöglichkeit, das Richtige zu tun Schreibperformance, Ulrike Damm
Bei ihrer Performance in der Galerie des VBK schreibt die Schriftstellerin und Künstlerin Ulrike Damm an zwei Tagen einen eigenen Text per Hand auf Seidenpapier.Der Text wird zum Bild und verwandelt sich in eine skulpturale Installation, bei der ein raumgreifendes Gefüge aus Sprache, Bewegung und Zeit entsteht.
Gruppenausstellung im vbk (Verein Berliner Künstler) Die neuen Mitglieder stellen sich vor: Bernadette Arnaud, Axel Bunt, Ulrike Damm, Saskia Glückauf, anna.laclaque.
Bei der Eröffnung von sechs mal grenzspiel am 15.8.2025. Das Buch Es will alles gut durchdacht sein, erschienen in der edition frölich, 2024, zeigt die komplette Bildserie. Fotos: Holger Biermann, Berlin
In der Ausstellung: Sechs mal Grenzspiel, vor der Arbeit von Ulrike Damm: Auch wenn es Unsinn ist. Lesung aus dem Roman: Die Poesie des Buchhalters, DRAVA 2025Mit Marko Martin, 2025, Foto: Holger Biermann
12,5 x 20,5 cm, 296 Seiten, Hardcover, Fadenheftung, Leseband ISBN 978-3-99138-101-3
DRAVA Verlag, Klagenfurt
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Es will alles gut durchdacht sein, auch wenn es Unsinn ist.
»Die Poesie des Buchhalters« ist ein Roman über Sinnsuche und Lebensglück.
Es ist keine große Sache, zu der sich der Buchhalter Justus Kratz hat hinreißen lassen, eher eine lässliche Sünde. Die allerdings bringt sein Leben gründlich ins Wanken, und es rollt die eine wesentlichste aller Fragen auf ihn zu: Wie macht man es richtig im Leben? Aber auch: Kann man erlernten Zwängen entkommen? Und wenn ja: um welchen Preis?
Dass Neugier eine Krankheit sein kann, wusste er nicht.
Schon der erste Satz des Romans versetzt uns, die wir lesen, in ein skurril-absurdes Universum.
Angefacht durch seine Verfehlung, beginnt der Mann an seinem Dasein zu zweifeln. Wir erleben, wie sich das durchgeplante Tagesgeschehen des Buchhalters in eine Groteske, und das lang gepflegte Pflichtbewusstsein in unbeherrschbare Impulse und kühne Mutmaßungen verwandeln.
> Poetisch, grotesk, brillant – Ulrike Damm ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literaturlandschaft! Joachim Scholl, Journalist und Literaturkritiker
> Ulrike Damm: Das ist fabelhafte Erlebnisliteratur für alle Sinne. Ich persönlich finde bomfortionös noch besser als fabelhaft. Aber das ist Geschmacksache. Andreas Pflüger, Drehbuchautor und Schriftsteller
13 x 19 cm, 88 Seiten, Abbildungen, Hardcover, Fadenheftung, Leseband ISBN 978-3-911192-06-2
www.editionfroelich.de
Der Buchhalter Justus hat einen Umschlag geöffnet. Er war nicht für ihn bestimmt. Jetzt plagt ihn sein Gewissen und der Brief bleibt wochenlang unter der Matratze. Als Justus ihn schließlich liest, wird sein Leben anders, das alte verschwindet. Dieser Wandel kommt Justus durchaus gelegen. Es ist der Gegenentwurf zu seinem bisher schwunglosen Leben. Justus ist verwirrt. Er weiß nicht was kommt und sucht nach neuen Gewissheiten, gibt sich fragend und hoffnungsfroh dem Wandel hin.
Ulrike Damm verfasst Texte, dann schreibt sie sie ein zweites Mal, und es entsteht etwas Neues. In einer visuellen Übersetzung zeichnet sie – im doppelten Wortsinn – den Text nach. Auch diesen Text hat die Schriftstellerin Ulrike Damm ein zweites Mal geschrieben. Justus’ grotesker Sinnsuche folgen typografische Mittel und künstlerische Entscheidungen, die aus einer sicher geglaubten Ordnung – genannt Leben – einen herrlich absurd gestalteten Text und dieses besondere Buch machen.
Die Schriftstellerin und Künstlerin Ulrike Damm studierte Visuelle Kommunikation in Mainz. Seit 1984 arbeitet sie als selbstständige Designerin. Ihre erste Erzählung Ich bin nicht müde, ich bin verrückt und den Roman Musik stört beim Tanzen veröffentlichte Ulrike Damm 2019 in dem Doppelband unpublished. 2021 erschien als ihr drittes belletristisches Werk der Roman Kulp und warum er zum Fall wurde. Der Kunstband Zwei Wahrheiten des Schreibens erschien 2023 in der edition frölich. Ulrike Damm lebt, lehrt und arbeitet in Berlin.
Die begehbare Schriftinstallation in der Ausstellung macht Leserin und Leser zu Betrachtern und Entdeckerinnen. Zu erforschen: ein Text und seine Entstehung. Das dies – wie alle Forschung – Herausforderung und Vergnügen zugleich ist, liegt daran, dass Ulrike Damm ihre Texte immer zweimal schreibt: am Rechner und später auf Papier. Damit entstehen neben ihren Büchern Schriftbilder, als visuelle Psychogramme ihrer Romanfiguren und absurd erfrischende Text-Bildräume. Ulrike Damm verknüpft so kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin. Denn ihre Texte wollen nicht nur gelesen werden! Auch gesehen: in diesem Fall über 22.000 Karteikarten.
Eine Ausstellung des Literaturhauses Leipzig e. V. Haus des Buches Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig Vom 4. September bis 25. Oktober 2024 Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr Freitag 9 bis 15 Uhr und zu den Veranstaltungen, Eintritt frei
Es gab und gibt Lesungen und Gespräche zu meinem neuen Buch: Zwei Wahrheiten des Schreibens und der Fall Kulp, erschienen März 2023, edition frölich> s. u. Termine!